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Woran erkennt man, ob die Datensicherung wirklich funktioniert?

5 Min. Lesezeit

Es gibt genau einen Test, der zählt: eine echte Wiederherstellung. Suchen Sie eine Datei, die vor mindestens 4 Wochen gelöscht oder geändert wurde, und stellen Sie sie aus der Sicherung wieder her — vollständig, lesbar, mit dem richtigen Stand. Alles andere, insbesondere ein grüner Haken in der Sicherungssoftware, sagt nur, dass ein Kopiervorgang durchgelaufen ist. Ob das Ergebnis brauchbar ist, sagt er nicht.

Warum der grüne Haken nichts beweist

Sicherungsprogramme melden Erfolg, wenn sie alle Dateien lesen und schreiben konnten. Sie prüfen nicht, ob die geschriebenen Daten wieder lesbar sind, ob die Datenbank im Moment der Sicherung in einem konsistenten Zustand war, oder ob überhaupt die richtigen Verzeichnisse in der Auswahl stehen. Der häufigste Fund in der Praxis ist genau Letzteres: Die Sicherung läuft seit Jahren tadellos — über einen Ordner, in dem seit dem letzten Serverumzug nichts Wichtiges mehr liegt.

Die drei Fragen, die Sie stellen sollten

Erstens: Wann wurde zuletzt eine Wiederherstellung getestet, und wer war dabei? Zweitens: Liegt mindestens eine Kopie an einem anderen Ort und getrennt vom Netzwerk? Drittens: Wie weit reicht die Sicherung zurück? Wer nur die letzten sieben Tage vorhält, bemerkt eine schleichende Verschlüsselung durch Schadsoftware oft zu spät — dann sind alle vorhandenen Stände bereits betroffen.

Die 3-2-1-Regel, kurz erklärt

Drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Medien, davon eine außer Haus. Der letzte Teil ist der wichtigste und wird am häufigsten weggelassen. Eine Sicherung auf eine Festplatte, die dauerhaft am selben Server hängt, überlebt weder einen Brand noch einen Verschlüsselungsangriff — Schadsoftware verschlüsselt zuverlässig alles, was der Server erreichen kann, und das schließt die angesteckte Sicherungsplatte ein.

Was ein Test kostet — und was ein fehlender kostet

Eine Testwiederherstellung dauert je nach Datenmenge zwischen einer und drei Stunden. Bei einem Stundensatz von 95 € ist das ein überschaubarer Betrag, der einmal im Quartal anfällt. Dem gegenüber steht der Fall, in dem die Sicherung im Ernstfall nicht zurückkommt: Dann ist nicht ein Tag verloren, sondern der Datenbestand. Für viele Betriebe ist das existenzbedrohend, und es gibt keinen Dienstleister der Welt, der es danach noch reparieren kann.

Ein Ablauf, den Sie selbst durchführen können

Legen Sie heute eine Datei mit dem heutigen Datum in einem gesicherten Ordner ab. Notieren Sie sich den Termin in fünf Wochen. Löschen Sie die Datei danach und lassen Sie sie aus der Sicherung zurückholen. Kommt sie vollständig und mit dem richtigen Inhalt zurück, wissen Sie mehr als die meisten Betriebe über ihre eigene Sicherung. Kommt sie nicht zurück, haben Sie es zum bestmöglichen Zeitpunkt erfahren.

RAID ist keine Datensicherung

Wer fragt, was RAID ist, hört oft den Satz, damit sei man doch gesichert. Das stimmt nicht. RAID verteilt Daten auf mehrere Festplatten im selben Gerät, sodass ein Server weiterläuft, wenn eine Platte ausfällt. Das schützt vor einem Hardwaredefekt, aber vor nichts anderem. Löscht jemand versehentlich einen Ordner, ist er auf allen Platten gleichzeitig weg. Verschlüsselt Schadsoftware die Daten, ist sie auf allen Platten verschlüsselt. Brennt der Raum oder wird das Gerät gestohlen, ist alles verloren, RAID eingeschlossen. RAID erhöht die Verfügbarkeit, eine Sicherung ermöglicht die Wiederherstellung, und beides braucht ein Betrieb. Die Prüffrage lautet daher: Gibt es eine Kopie, die auf einem anderen Gerät und an einem anderen Ort liegt und die Sie schon einmal zurückgespielt haben? Wenn nicht, gilt für Ihren Server nur der Schutz vor einem Plattendefekt, nicht der Schutz Ihrer Daten. Mehr zur Sicherung selbst steht im Glossar unter Backup.

Jahresende: Sicherung und Aufbewahrung abschließen

Zum Jahreswechsel sammeln sich Abschlüsse, Belege und Jahresdateien, die Sie lange aufbewahren müssen. Machen Sie im Dezember eine Testwiederherstellung, legen Sie den Jahresstand als eigene, unveränderte Kopie außer Haus ab und prüfen Sie, ob der Speicherplatz der Sicherung bis ins nächste Jahr reicht. Weitere Punkte für den Jahreswechsel sammelt der IT-Jahrescheck.

In Österreich: Sieben Jahre Aufbewahrung und die 72-Stunden-Meldung

In Österreich kommt zur technischen Frage eine rechtliche: Buchhaltungsunterlagen sind nach § 132 BAO sieben Jahre aufzubewahren, und eine Sicherung, die sich nur sieben Tage zurückdrehen lässt, erfüllt das nicht. Wer seine Belege, Kassenunterlagen oder Rechnungen digital führt, braucht deshalb zwei Dinge nebeneinander: die kurzfristige Sicherung für den Schadensfall und ein Archiv für die Frist. Beim Test aus diesem Beitrag lohnt es sich, einmal im Jahr zusätzlich eine Datei aus dem Archiv der Vorjahre zu holen, nicht nur aus der letzten Woche. Eine Datenpanne, bei der personenbezogene Daten verloren gehen, ist außerdem innerhalb von 72 Stunden der Datenschutzbehörde zu melden, wenn ein Risiko besteht. Mit einer funktionierenden Sicherung lässt sich das in der Regel belegen und begrenzen. Wie wir die Sicherung einrichten, steht unter Datensicherung einrichten; für Betriebe am Traunsee ist Gmunden die Ortsseite. Florin Feier aus Lenzing prüft die Wiederherstellung per Fernwartung oder vor Ort.

Häufige Folgefragen

Wie oft sollte man die Wiederherstellung testen?
Mindestens einmal im Quartal, und zusätzlich nach jeder größeren Änderung an Servern, Programmen oder Speicherorten. Der Grund ist nicht Vorsicht, sondern Mechanik: Sicherungen fallen selten beim Kopieren aus, sondern beim Zurückholen — weil sich ein Pfad geändert hat, eine Lizenz fehlt oder das Format nicht mehr gelesen wird.
Reicht eine Sicherung in die Cloud?
Als einzige Sicherung nicht. Die verbreitete Faustregel lautet 3-2-1: drei Kopien, auf zwei verschiedenen Medien, davon eine außer Haus. Eine Cloud-Sicherung erfüllt den letzten Punkt — aber wenn Verschlüsselungssoftware die Daten befällt und die Sicherung synchron mitläuft, werden auch dort die unbrauchbaren Stände geschrieben. Deshalb braucht es zusätzlich Stände, die sich nicht überschreiben lassen.
Ist Microsoft 365 nicht automatisch gesichert?
Nein, nicht in dem Sinn, den die meisten annehmen. Microsoft sichert die eigene Infrastruktur gegen Ausfall, nicht Ihre Daten gegen Ihre eigenen Fehler. Wer ein Postfach löscht oder eine Datei überschreibt, hat je nach Einstellung wenige Wochen Zeit — danach ist es weg. Eine eigene Sicherung von Microsoft 365 ist ein separates Produkt und wird regelmäßig vergessen.
Wie lange sollten Sicherungsstände aufgehoben werden?
Lang genug, um einen Schaden zu überstehen, der erst spät auffällt. Verschlüsselung wird meist binnen Stunden bemerkt, eine versehentlich gelöschte Datei oft erst nach Wochen, und ein Fehler in den Buchhaltungsdaten manchmal erst beim Jahresabschluss. Wer nur die letzten sieben Tage vorhält, hat gegen die ersten beiden Fälle etwas und gegen den dritten nichts.

Kurz gesagt: Eine Sicherung, die nie zurückgespielt wurde, ist eine Vermutung. Machen Sie den Test einmal im Quartal und schreiben Sie das Datum auf — es ist die billigste Versicherung, die es in der IT gibt.

Wollen Sie das für Ihren Betrieb klären? Sie können Ihren Fall zu Server & Datensicherung besprechen oder ein Angebot für Server & Datensicherung zusammenstellen.

Zum Weiterlesen: Die Vergleiche zwischen IT-Lösungen helfen bei der Entscheidung, die Checklisten für den Betrieb beim Abarbeiten.

Von Florin Feier · · Aktualisiert:

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