Begriff
RAID: Festplatten im Verbund und warum das kein Backup ist
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RAID bezeichnet einen Verbund mehrerer Festplatten, der den Ausfall einzelner Platten überstehen kann, ohne dass der Betrieb stehen bleibt. Es erhöht die Verfügbarkeit, nicht die Sicherheit der Daten: Gelöschtes, Überschriebenes und Verschlüsseltes wird sofort auf allen Platten gelöscht, überschrieben und verschlüsselt. Ein RAID ersetzt deshalb keine Datensicherung, es verhindert nur eine bestimmte Art von Ausfall. Damit der Ausfall der ersten Platte überhaupt auffällt, gehört der Verbund überwacht; in der Server-Betreuung ab 89 € im Monat ist das enthalten.
Wie ein RAID Daten verteilt
Ein RAID fasst mehrere Festplatten zu einem logischen Laufwerk zusammen. Die gängigen Stufen für Betriebe sind RAID 1, bei dem zwei Platten dasselbe speichern (Spiegelung), und RAID 5 oder RAID 6, bei denen die Daten samt Prüfinformationen über drei oder mehr Platten verteilt werden. Fällt eine Platte aus (bei RAID 6 zwei), rechnet der Verbund die fehlenden Daten aus den übrigen aus. Das Laufwerk bleibt in dieser Zeit erreichbar, nur langsamer. RAID 0 verteilt ohne Schutz und erhöht daher sogar das Ausfallrisiko.
Was ein RAID abfängt und was nicht
Abgefangen wird der mechanische oder elektronische Tod einer Platte: Sie fällt aus, der Verbund läuft weiter, die Platte wird getauscht, der Verbund baut sich neu auf. Nicht abgefangen wird alles andere: versehentliches Löschen, ein fehlerhaftes Update, Schadsoftware, Diebstahl, Wasser, Feuer und ein defekter Verbund-Controller, der alle Platten gleichzeitig unbrauchbar schreibt. Das sind die Fälle, in denen Betriebe tatsächlich Daten verlieren.
Der gefährliche Moment ist der Wiederaufbau
Nach dem Tausch einer Platte läuft der Verbund tagelang unter Volllast, um sich neu aufzubauen. Genau dann fallen erfahrungsgemäß weitere Platten aus, denn sie sind gleich alt und gleich beansprucht. Bei großen Platten kann der Aufbau viele Stunden bis mehrere Tage dauern. Deshalb gilt: Platten überwachen, rechtzeitig tauschen, und vor jedem Wiederaufbau prüfen, ob die Sicherung aktuell ist.
Woran Sie merken, dass Ihr RAID Sie im Stich lassen kann
Drei Zeichen genügen: Niemand im Betrieb weiß, ob eine Platte im Verbund schon ausgefallen ist; die Platten sind alle gleich alt und älter als fünf Jahre; und es gibt keine Sicherung außerhalb des Geräts. Trifft eines davon zu, ist der nächste Schritt keine neue Hardware, sondern ein Blick auf den Zustand der Platten und auf die Sicherung. Das geht per Fernwartung. Laufend überwacht wird es in der Server-Betreuung.
Typische Fehler beim RAID
Erstens: Der Betrieb hält das RAID für die Sicherung und hat keine zweite Kopie. Zweitens: Ein Alarm geht an eine Mailadresse, die niemand liest, oder der Signalton wird ausgeschaltet. Drittens: Es fehlt Ersatzhardware oder zumindest die Kenntnis, welche Platte passt. Viertens: Beim Tausch wird die falsche Platte gezogen, weil die Zuordnung nicht dokumentiert ist; bei einem Verbund mit einer ausgefallenen Platte ist das fatal. Fünftens: Das Gerät steht im Heizungsraum oder unter dem Schreibtisch und überhitzt. Mehr zum Zusammenspiel steht im Eintrag NAS.
In der Praxis
In den meisten kleinen Betrieben steckt ein RAID im Server oder im NAS, ohne dass jemand die Platten überwacht. Der Ausfall der ersten Platte fällt dann gar nicht auf, und bemerkt wird erst der Ausfall der zweiten. Die Server-Betreuung ab 89 € im Monat enthält genau diese Überwachung: Speicherplatz, Temperatur, Fehlerzähler der Platten. Eine Platte, deren Ausfall drei Wochen vorher angekündigt war, ist ein Termin und kein Notfall. Ist eine Platte schon ausgefallen oder zeigt der Verbund Fehler, hilft die IT-Hilfe ohne Vertrag, meist per Fernwartung. Wie die Sicherung dazu aufgebaut wird, beschreibt die Einrichtung der Datensicherung. Als Entscheidungshilfe gilt: Wo ein Stillstand von einem Tag nicht tragbar wäre, lohnt ein RAID als Ergänzung; wo er verkraftbar ist, ist die geprüfte Datensicherung wichtiger als der Verbund.
Richtpreise, netto zzgl. USt. Stand: Oktober 2026 · Die Preisliste
Der verbreitete Irrtum
„Wir haben ein RAID, also sind die Daten gesichert.“ Das ist der teuerste Irrtum in diesem Glossar. Ein RAID schützt gegen Plattenausfall und gegen sonst nichts.
RAID und Datensicherung in Oberösterreichs Betrieben
In österreichischen Betrieben steht ein RAID meist in einem kleinen Server oder einem NAS im Büro oder in der Werkstatt, oft angeschafft vom Elektriker oder vom Sohn des Chefs und seither nicht mehr angesehen. Wo Geschäftsunterlagen darauf liegen, kommt eine Frist ins Spiel: Buchhaltungsunterlagen sind nach der Bundesabgabenordnung (BAO § 132) sieben Jahre aufzubewahren. Was dort liegt, sollte nicht nur auf einem RAID stehen, sondern zusätzlich in einer geprüften Datensicherung; die Fristen im Detail erklärt der Beitrag Aufbewahrungsfristen in Österreich.
Florin Feier aus Lenzing prüft den Zustand der Platten per Fernwartung und tauscht sie bei Bedarf vor Ort in Vöcklabruck, Gmunden, Salzburg, Linz, Wels und im Salzkammergut. Die Betreuung beschreibt die Seite Server und Datensicherung, ein Einsatzbeispiel die Seite IT-Service in Attnang-Puchheim.
Häufige Folgefragen
- Ersetzt ein RAID die Datensicherung?
- Nein. Ein RAID schützt nur vor dem Ausfall einzelner Festplatten. Gelöschte, überschriebene oder verschlüsselte Daten sind auf allen Platten sofort weg. Eine Datensicherung auf einem getrennten Medium bleibt in jedem Fall nötig.
- Welches RAID-Level ist für kleine Betriebe sinnvoll?
- Für zwei Platten ist RAID 1 üblich, für vier oder mehr RAID 5 oder RAID 6. RAID 6 verträgt zwei Ausfälle und ist bei großen Platten oft die ruhigere Wahl. Entscheidend ist weniger die Stufe als die Überwachung des Verbunds.
- Was passiert, wenn bei einem RAID eine Platte ausfällt?
- Der Betrieb läuft weiter, aber ohne Reserve. Die Platte muss zeitnah getauscht werden, danach baut sich der Verbund neu auf. Fällt in dieser Zeit eine zweite Platte aus, kann der Verbund verloren gehen. Prüfen Sie vorher, ob die Datensicherung aktuell ist.
- Wie erfahre ich, dass eine Platte ausgefallen ist?
- Nur wenn jemand den Verbund überwacht. Geräte melden Fehler per Mail oder am Gerät, aber nur, wenn das eingerichtet ist und jemand die Meldung liest. In der Server-Betreuung ab 89 € im Monat ist die Überwachung enthalten.
- Wie lange halten Festplatten im Dauerbetrieb?
- Als Faustregel drei bis fünf Jahre, einzelne Platten halten deutlich länger oder kürzer. Wichtiger als das Alter sind die Fehlerzähler der Platten. Gleich alte Platten fallen oft kurz nacheinander aus, daher ist ein gestaffelter Tausch sinnvoll.
Wollen Sie das für Ihren Betrieb klären? Sie können Ihren Fall zu Server & Datensicherung besprechen oder ein Angebot für Server & Datensicherung zusammenstellen.
Zum Weiterlesen: Die Vergleiche zwischen IT-Lösungen helfen bei der Entscheidung, die Checklisten für den Betrieb beim Abarbeiten.
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