Begriff
NAS
Aktualisiert:
Ein NAS (Network Attached Storage) ist ein Gerät, das Festplatten im Netz zur Verfügung stellt, für gemeinsame Dateiablage und oft auch als Ziel für Datensicherungen. Es ist kein Server: Es führt keine Fachanwendungen aus und verwaltet keine Benutzerkonten des Betriebs. Für Betriebe mit unter zehn Arbeitsplätzen ist es zusammen mit Microsoft 365 oft die vollständige Antwort, für alles darüber hinaus die falsche.
Was ein NAS ist und kann
Ein NAS ist im Kern ein kleiner, auf Dateien spezialisierter Computer mit zwei bis acht Einschüben für Festplatten. Es stellt Ordner im Netz bereit, die wie ein zusätzliches Laufwerk auf jedem Arbeitsplatz erscheinen, regelt, wer was lesen und ändern darf, und bringt meist zusätzliche Funktionen mit: Sicherungen anderer Geräte, Fotoablage, Synchronisation mit der Cloud, Überwachungskameras. Es ist leise, sparsam und in einem Nachmittag eingerichtet.
Wofür ein NAS die richtige Wahl ist
Gemeinsame Dateiablage in einem Betrieb ohne Server, Ziel für Sicherungen, Ablage großer Datenmengen wie Fotos, Pläne, Aufmaße oder Videos. Es kostet einen Bruchteil eines Servers. Für viele Betriebe mit unter zehn Arbeitsplätzen ist es zusammen mit Microsoft 365 die vollständige Antwort: E-Mail und Dokumente in der Cloud, große Dateien und Sicherungen im Haus.
Wo die Grenze verläuft
Sobald eine Fachanwendung eine zentrale Installation verlangt, sobald Benutzerkonten zentral verwaltet werden sollen, oder sobald mehrere Personen gleichzeitig in einer Datenbank arbeiten, ist ein Server das Richtige (siehe Terminalserver). Ein NAS für diese Aufgaben zu verbiegen führt zu einer Lösung, die niemand mehr betreuen kann. Ob der eigene Server überhaupt nötig ist, klärt der Beitrag Wie viele Arbeitsplätze brauchen einen eigenen Server.
NAS und RAID: was das eine mit dem anderen zu tun hat
Die meisten NAS-Geräte laufen mit einem RAID, damit der Ausfall einer Platte den Betrieb nicht stoppt. Das ist gut, ersetzt aber keine Sicherung: Gelöschte, überschriebene oder verschlüsselte Dateien sind auf allen Platten gleichzeitig weg. Ein NAS mit RAID ist deshalb eine ausfallsichere Ablage, kein Backup. Die Platten sollten überwacht werden, damit der Ausfall der ersten auffällt, bevor die zweite folgt.
Das NAS als Sicherungsziel
Als Ziel für die Datensicherung ist ein NAS eine gute und günstige Wahl, wenn es richtig eingesetzt wird. Das bedeutet: Die Sicherung läuft automatisch, jede Nacht, mit Benachrichtigung bei Fehlern. Es gibt mindestens eine weitere Kopie an einem anderen Ort, getrennt vom Netz, also eine Platte im Tresor oder bei der Geschäftsführung zu Hause oder eine Kopie in einem Rechenzentrum. Und die Wiederherstellung wurde wenigstens einmal geprüft (siehe Backup).
Typische Fehler
Das NAS steht im selben Raum wie der Server und hängt dauerhaft am Netz, sodass es bei Feuer, Wasser oder Verschlüsselung gemeinsam mit ihm verloren geht. Es wurde aus dem Internet erreichbar gemacht, damit jemand von unterwegs an die Dateien kommt, über eine Portfreigabe im Router. Das Administratorkonto heißt noch „admin“ mit dem Passwort aus der Anleitung. Die Firmware wurde seit der Einrichtung nie aktualisiert. Die Freigaben sind für „alle“ offen, sodass die Lehrlinge die Gehaltslisten lesen können. Und niemand hat je kontrolliert, ob die Platten in Ordnung sind.
In der Praxis
Häufig steht das NAS in einem Betrieb als Sicherungsziel, und zwar dauerhaft am Netz, im selben Raum wie der Server. Beides zusammen macht es im Verschlüsselungsfall wertlos. Ein NAS als Sicherungsziel ist gut, wenn zusätzlich eine Kopie getrennt aufbewahrt wird; die überwachte Datensicherung ab 49 € im Monat prüft genau das mit. Das Einrichten eines neuen Arbeitsplatzes mit Anbindung ans NAS kostet 190 €, die Einrichtung von Netzwerk und WLAN 890 €. Der zweite regelmäßige Fund ist ein NAS, das aus dem Internet erreichbar gemacht wurde. Genau diese Geräte werden automatisiert gesucht und angegriffen. Für den Zugriff von außen gehört ein VPN oder eine Cloud-Freigabe davor, nicht eine Portfreigabe.
Richtpreise, netto zzgl. USt. Stand: Oktober 2026 · IT-Betreuung Kosten
Der verbreitete Irrtum
„Wir haben ein NAS mit RAID, das ist unser Backup.“ Zwei Irrtümer in einem Satz: RAID ist keine Sicherung, und eine dauerhaft erreichbare Kopie im selben Raum überlebt weder Verschlüsselung noch Wasser noch Feuer.
In Österreich: NAS im Handwerk, Büro und Gastbetrieb
In Oberösterreich und Salzburg steht ein NAS oft im kleinen Büro eines Handwerksbetriebs, einer Hausverwaltung, einer Ordination oder eines Gasthauses: für Pläne und Fotos, Belege, die Registrierkassen-Daten oder die Zeitaufzeichnung. Hier greifen die Aufbewahrungsfristen. Buchhaltungsunterlagen sind nach der BAO (§ 132) sieben Jahre aufzubewahren, und das gilt auch für digitale Belege. Ein NAS ohne getrennte Kopie ist dafür zu wenig, weil ein einzelner Defekt die Unterlagen auf einen Schlag vernichten kann. Mehr zu den Fristen steht im Beitrag Aufbewahrungsfristen in Österreich. Enthält das NAS personenbezogene Daten, etwa Kundenkarteien oder Bewerbungen, gelten DSGVO und DSG: Zugriff nur für Berechtigte, Updates, Sicherung.
Florin Feier aus Lenzing prüft und richtet NAS-Geräte per Fernwartung ein, tauscht Platten und stellt das Gerät bei Bedarf vor Ort auf, zum Beispiel in Wels, Gmunden, Linz, Salzburg oder Vöcklabruck. Die Leistung heißt Server und Datensicherung; für die Sicherung selbst gibt es die Einrichtungsseite Datensicherung einrichten. Wer Speicher im Betrieb aufstellen will, findet den Ablauf unter Server einrichten.
Häufige Folgefragen
- Was ist der Unterschied zwischen NAS und Server?
- Ein NAS stellt Dateien bereit, ein Server führt zusätzlich Programme aus und verwaltet Benutzer zentral. Für Dateiablage und Sicherungen genügt ein NAS, für Fachanwendungen und zentrale Anmeldung braucht es einen Server.
- Wie viele Festplatten braucht ein NAS im Büro?
- Mindestens zwei, damit ein RAID den Ausfall einer Platte abfängt. Üblich sind zwei bis vier Platten gleicher Größe; mehr lohnt sich erst bei großen Datenmengen.
- Darf ich ein NAS aus dem Internet erreichbar machen?
- Das ist nicht ratsam, weil solche Geräte automatisiert gesucht und angegriffen werden. Besser ist der Zugriff über ein VPN oder über eine Cloud-Freigabe, damit das Gerät selbst nicht öffentlich erreichbar ist.
- Wie oft sollte ein NAS aktualisiert werden?
- Mindestens alle paar Monate, bei Sicherheitsmeldungen des Herstellers sofort. Ein NAS ohne Updates ist ein bekanntes Einfallstor für Verschlüsselungssoftware und gehört deshalb zur regelmäßigen Pflege.
Wollen Sie das für Ihren Betrieb klären? Sie können Ihren Fall zu Server & Datensicherung besprechen oder ein Angebot für Server & Datensicherung zusammenstellen.
Zum Weiterlesen: Die Vergleiche zwischen IT-Lösungen helfen bei der Entscheidung, die Checklisten für den Betrieb beim Abarbeiten.
Wir melden uns an Werktagen innerhalb von 24 Stunden.
So geht es weiter
- Wir lesen und ordnen ein
- Wir melden uns mit einer Einschätzung
- Erst danach entscheiden Sie
Wenn es eilt, rufen Sie an: +43 676 3808501