Homeoffice sicher anbinden: VPN, Terminalserver oder Cloud?

6 Min. Lesezeit Florin Feier

Die Wahl hängt daran, wo die Daten liegen und wie schwer sie sind. Liegt alles in Microsoft 365 oder einer Webanwendung, brauchen Sie weder VPN noch Terminalserver — dann genügen Zwei-Faktor-Anmeldung und verwaltete Geräte. Liegt eine Fachanwendung auf einem Server im Haus, ist ein Terminalserver meist die bessere Wahl als ein VPN, weil nur Bildschirminhalte übertragen werden und keine Daten auf dem heimischen Rechner landen. Ein VPN passt dort, wo einzelne Dienste im Firmennetz erreichbar sein müssen. Firewall und VPN richten wir ab 690 € ein.

VPN: der Tunnel ins Firmennetz

Ein VPN verbindet den heimischen Rechner mit dem Firmennetz, als stünde er im Büro. Das ist einfach zu verstehen und hat genau deshalb zwei Haken: Erstens ist das Gerät zu Hause damit Teil Ihres Netzes — mit allem, was darauf läuft. Zweitens werden Dateien tatsächlich übertragen, was bei großen Dateien langsam wird und dazu führt, dass Firmendaten auf privaten Geräten liegen. Ein VPN ist deshalb gut für einzelne Dienste und schlecht als Standardweg für alle.

Terminalserver: der Bildschirm aus der Ferne

Beim Terminalserver läuft die Anwendung weiterhin im Firmennetz; übertragen werden nur Bild und Tastatur. Das ist bei Fachanwendungen und großen Datenbeständen fast immer die schnellere Lösung, und es ist die datenschutzfreundlichere: Auf dem Gerät zu Hause bleibt nichts liegen. Der Preis dafür ist ein Server, der das leisten muss, und Zugriffslizenzen. Für Betriebe mit einer zentralen Fachsoftware — Kanzlei, Praxis, Warenwirtschaft — ist es meistens die richtige Antwort.

Cloud: wenn die Frage sich gar nicht stellt

Wer ohnehin in Microsoft 365 arbeitet und keine Anwendung im Haus betreibt, braucht keinen der beiden Wege. Dann verschiebt sich die Aufgabe: Statt einer Verbindung sichern Sie den Zugang selbst — Zwei-Faktor-Anmeldung für alle, verwaltete und verschlüsselte Geräte, Regeln dafür, von wo aus angemeldet werden darf. Das ist weniger Technik und mehr Ordnung, aber es ist nicht weniger wichtig: Ein Zugang ohne zweiten Faktor ist genau so weit offen wie das Passwort, das darin steckt.

Was in allen drei Fällen gleich bleibt

Zwei-Faktor-Anmeldung für jeden Zugang von außen. Verschlüsselte Festplatten auf allen Geräten, die das Haus verlassen. Eine klare Regel, ob private Geräte benutzt werden dürfen und unter welchen Bedingungen. Und ein Weg, ein verlorenes Gerät aus der Ferne zu sperren. Diese vier Punkte entscheiden mehr über die Sicherheit als die Wahl zwischen VPN und Terminalserver.

Der Fehler, der am häufigsten vorkommt

Der Fernzugriff wird schnell eingerichtet, weil es eilt — und bleibt dann so. Ein direkt aus dem Internet erreichbarer Fernwartungszugang ohne zweiten Faktor ist eine der meistgenutzten Eintrittstüren überhaupt, und er entsteht fast immer aus einer Übergangslösung, die niemand zurückgebaut hat. Wenn Sie nur eine Sache prüfen: Fragen Sie, welche Dienste Ihres Netzes derzeit direkt aus dem Internet erreichbar sind. Die Antwort überrascht öfter, als sie sollte.

Kurz gesagt: Erst klären, wo die Daten liegen — daraus folgt der Weg fast von selbst. Und in jedem Fall: zweiter Faktor, verschlüsselte Geräte, ein Sperrweg für Verluste.

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