Die Wahl hängt daran, wo die Daten liegen und wie schwer sie sind. Liegt alles in Microsoft 365 oder einer Webanwendung, brauchen Sie weder VPN noch Terminalserver — dann genügen Zwei-Faktor-Anmeldung und verwaltete Geräte. Liegt eine Fachanwendung auf einem Server im Haus, ist ein Terminalserver meist die bessere Wahl als ein VPN, weil nur Bildschirminhalte übertragen werden und keine Daten auf dem heimischen Rechner landen. Ein VPN passt dort, wo einzelne Dienste im Firmennetz erreichbar sein müssen. Firewall und VPN richten wir ab 690 € ein.
VPN: der Tunnel ins Firmennetz
Ein VPN verbindet den heimischen Rechner mit dem Firmennetz, als stünde er im Büro. Das ist einfach zu verstehen und hat genau deshalb zwei Haken: Erstens ist das Gerät zu Hause damit Teil Ihres Netzes — mit allem, was darauf läuft. Zweitens werden Dateien tatsächlich übertragen, was bei großen Dateien langsam wird und dazu führt, dass Firmendaten auf privaten Geräten liegen. Ein VPN ist deshalb gut für einzelne Dienste und schlecht als Standardweg für alle.
Terminalserver: der Bildschirm aus der Ferne
Beim Terminalserver läuft die Anwendung weiterhin im Firmennetz; übertragen werden nur Bild und Tastatur. Das ist bei Fachanwendungen und großen Datenbeständen fast immer die schnellere Lösung, und es ist die datenschutzfreundlichere: Auf dem Gerät zu Hause bleibt nichts liegen. Der Preis dafür ist ein Server, der das leisten muss, und Zugriffslizenzen. Für Betriebe mit einer zentralen Fachsoftware — Kanzlei, Praxis, Warenwirtschaft — ist es meistens die richtige Antwort.
Cloud: wenn die Frage sich gar nicht stellt
Wer ohnehin in Microsoft 365 arbeitet und keine Anwendung im Haus betreibt, braucht keinen der beiden Wege. Dann verschiebt sich die Aufgabe: Statt einer Verbindung sichern Sie den Zugang selbst — Zwei-Faktor-Anmeldung für alle, verwaltete und verschlüsselte Geräte, Regeln dafür, von wo aus angemeldet werden darf. Das ist weniger Technik und mehr Ordnung, aber es ist nicht weniger wichtig: Ein Zugang ohne zweiten Faktor ist genau so weit offen wie das Passwort, das darin steckt.
Was in allen drei Fällen gleich bleibt
Zwei-Faktor-Anmeldung für jeden Zugang von außen. Verschlüsselte Festplatten auf allen Geräten, die das Haus verlassen. Eine klare Regel, ob private Geräte benutzt werden dürfen und unter welchen Bedingungen. Und ein Weg, ein verlorenes Gerät aus der Ferne zu sperren. Diese vier Punkte entscheiden mehr über die Sicherheit als die Wahl zwischen VPN und Terminalserver.
Der Fehler, der am häufigsten vorkommt
Der Fernzugriff wird schnell eingerichtet, weil es eilt — und bleibt dann so. Ein direkt aus dem Internet erreichbarer Fernwartungszugang ohne zweiten Faktor ist eine der meistgenutzten Eintrittstüren überhaupt, und er entsteht fast immer aus einer Übergangslösung, die niemand zurückgebaut hat. Wenn Sie nur eine Sache prüfen: Fragen Sie, welche Dienste Ihres Netzes derzeit direkt aus dem Internet erreichbar sind. Die Antwort überrascht öfter, als sie sollte.
Zwischen den Feiertagen
Rund um Weihnachten und Neujahr arbeitet oft nur eine Notbesetzung, mehrere Personen ausnahmsweise von zu Hause und mit Geräten, die sonst selten außer Haus sind. Prüfen Sie vorher, ob die Zwei-Faktor-Anmeldung auf allen Geräten funktioniert, wer das Passwort-Zurücksetzen auslösen darf und wer in dieser Zeit erreichbar ist. Bedenken Sie, dass unsere Erreichbarkeit Montag bis Donnerstag von 7:30 bis 21 Uhr, Freitag bis 20:30 Uhr, Samstag bis 20 Uhr gilt; an Feiertagen sagen wir nichts zu, was wir nicht halten können. Ein Zugang, der erst am 27. Dezember hakt, sollte im Dezember davor getestet sein.
Homeoffice für Pendler im Salzburger Raum
Rund um Salzburg arbeiten viele Beschäftigte teilweise von zu Hause, weil der Arbeitsweg lang ist, und manche wohnen im Flachgau oder Salzkammergut, der Betrieb sitzt aber in Oberösterreich. Für die Anbindung heißt das: Die Leitungen zu Hause sind sehr verschieden, von Glasfaser bis zu einer wackeligen Funkverbindung am Berg. Ein VPN, das bei jedem Verbindungsabbruch neu aufgebaut werden muss, nervt dann so sehr, dass Leute Umwege suchen, etwa die private E-Mail oder einen USB-Stick. Planen Sie die Lösung deshalb für die schlechteste Verbindung, nicht für die beste. Mit Geräten, die der Betrieb stellt und verwaltet, ist Homeoffice einfacher abzusichern als mit privaten Rechnern. Die technische Umsetzung beschreibt Firewall und VPN einrichten; die Ortsseite für die Region ist Salzburg. Florin Feier aus Lenzing richtet Heimarbeitsplätze per Fernwartung ein und kommt für Netzwerk und Geräte vor Ort.
Häufige Folgefragen
- Reicht es, wenn der Rechner privat ist?
- Für gelegentliches Arbeiten mit Webdiensten kann das genügen, für den Zugriff aufs Firmennetz nicht. Ein privates Gerät wird von Familienmitgliedern mitbenutzt, hat andere Software installiert und ist nicht in Ihrer Verwaltung. Wenn es sein muss, dann über eine Verbindung, bei der das Gerät nicht selbst ins Netz kommt.
- VPN oder Terminalserver — was ist sicherer?
- Der Terminalserver, weil die Daten das Rechenzentrum nie verlassen: Der Heimrechner sieht ein Bild, keine Datei. Ein VPN verbindet dagegen zwei Netze und nimmt in Kauf, dass ein infizierter Heimrechner im Firmennetz steht. Dafür ist ein VPN einfacher und bei kleinen Umgebungen oft ausreichend — die Wahl hängt daran, wie schützenswert die Daten sind.
- Was ist mit dem Drucker zu Hause?
- Der ist häufiger ein Problem als erwartet: Ausdrucke mit Kundendaten liegen dann im privaten Haushalt, und über den Druckertreiber öffnen sich zusätzliche Wege ins Netz. Regeln Sie schriftlich, was ausgedruckt werden darf — das ist billiger als jede technische Maßnahme.
- Wer haftet, wenn zu Hause etwas passiert?
- Der Betrieb bleibt für die Daten verantwortlich, unabhängig davon, wo sie verarbeitet werden. Deshalb gehört Homeoffice geregelt und nicht geduldet: schriftlich, mit Angaben dazu, welche Geräte genutzt werden dürfen, wie die Verbindung hergestellt wird, was ausgedruckt werden darf und was bei Verlust eines Geräts zu tun ist. Eine Seite genügt — aber sie muss existieren.
Kurz gesagt: Erst klären, wo die Daten liegen — daraus folgt der Weg fast von selbst. Und in jedem Fall: zweiter Faktor, verschlüsselte Geräte, ein Sperrweg für Verluste.
Wollen Sie das für Ihren Betrieb klären? Sie können Ihren Fall zu Netzwerk & WLAN besprechen oder ein Angebot für Netzwerk & WLAN zusammenstellen.
Zum Weiterlesen: Die Vergleiche zwischen IT-Lösungen helfen bei der Entscheidung, die Checklisten für den Betrieb beim Abarbeiten.
Von Florin Feier · · Aktualisiert:
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