In den allermeisten Fällen liegt es nicht an der Internetleitung, sondern an der Zahl gleichzeitiger Geräte auf zu wenigen Zugangspunkten. Ein einzelner Router bedient eine Handvoll Geräte gut und dreißig schlecht — unabhängig davon, ob dahinter 50 oder 500 Mbit hängen. Die Lösung ist deshalb selten ein teurerer Vertrag, sondern eine geplante Ausleuchtung mit mehreren Zugangspunkten und ein sauber getrenntes Gastnetz.
Der Denkfehler mit der Bandbreite
Bandbreite und Funkkapazität sind zwei verschiedene Dinge. Die Leitung bestimmt, wie viele Daten insgesamt durchpassen. Der Zugangspunkt bestimmt, mit wie vielen Geräten er sich gleichzeitig unterhalten kann — und er kann immer nur mit einem gleichzeitig sprechen, er wechselt nur sehr schnell durch. Je mehr Geräte, desto weniger Redezeit bekommt jedes. Ab einer gewissen Zahl merken das alle gleichzeitig, und zwar als Aussetzer, nicht als Langsamkeit.
Warum ein zusätzlicher Repeater es schlimmer macht
Ein Repeater empfängt das Funksignal und sendet es erneut — auf demselben Kanal. Damit belegt er die Funkzeit doppelt und halbiert die verfügbare Kapazität in seiner Umgebung. Er hilft genau in einem Fall: wenn ein einzelnes, weit entferntes Gerät überhaupt keine Verbindung hat und sonst niemand in der Nähe funkt. In einem Betrieb mit vielen Geräten ist er fast immer eine Verschlechterung, die sich als Verbesserung anfühlt, weil der Balken voller aussieht.
Was in Hallen und Lagern anders ist
Metallregale reflektieren und schlucken Funk, hohe Decken bringen nichts für die Ausleuchtung am Boden, und volle Regale verändern die Bedingungen gegenüber leeren erheblich. Ein Zugangspunkt, der im Büro dreißig Meter trägt, schafft in einer vollen Halle oft zehn. Deshalb lässt sich das nicht überschlagen: Man misst mit dem Gerät, das später auch benutzt wird, an dem Ort, an dem später gearbeitet wird, im Zustand, in dem das Lager üblicherweise ist.
Das Gastnetz ist keine Höflichkeit, sondern Pflicht
Gastgeräte gehören nicht ins Betriebsnetz. Nicht, weil Gäste böse Absichten hätten, sondern weil ein fremdes Gerät mit veralteter Software oder Schadsoftware sonst direkten Zugriff auf Server, Kassen und Buchhaltung hat. Die Trennung ist technisch keine große Sache, wenn sie von Anfang an mitgeplant wird — und ein erheblicher Aufwand, wenn sie später in ein gewachsenes Netz eingezogen werden muss.
Wie eine Planung abläuft
Zuerst wird gemessen: Wo ist welches Signal, wo stört was, wie viele Geräte sind zu Spitzenzeiten gleichzeitig da. Daraus ergibt sich die Zahl und Position der Zugangspunkte, die dann verkabelt werden — Funk zwischen den Zugangspunkten ist die zweitbeste Lösung und nur dort sinnvoll, wo Kabel wirklich nicht möglich sind. Am Ende steht eine Konfiguration mit getrennten Netzen und eine kurze Dokumentation, damit ein späterer Umbau nicht wieder bei null anfängt. Die Einrichtung von Netzwerk und WLAN beginnt bei uns bei 890 €, je nach Fläche und Zahl der Zugangspunkte.
Kurz gesagt: Bevor Sie einen schnelleren Vertrag abschließen: Zählen Sie, wie viele Geräte zur Spitzenzeit gleichzeitig im Netz sind, und wie viele Zugangspunkte diese bedienen. Das Verhältnis erklärt fast jeden Zusammenbruch.
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