Was muss eine kleine Firma bei der IT-Sicherheit wirklich tun?

6 Min. Lesezeit Florin Feier

Fünf Dinge bringen in kleinen Betrieben den größten Sicherheitsgewinn: eine Datensicherung mit getesteter Wiederherstellung, Zwei-Faktor-Anmeldung für E-Mail und Fernzugriff, aktuelle Updates auf allen Geräten, das Sperren von Konten ausgeschiedener Mitarbeiter und ein festgelegter Ablauf für den Ernstfall. Diese fünf Punkte kosten wenig und verhindern den Großteil dessen, was tatsächlich passiert. Ein Sicherheitscheck, der sie systematisch prüft, kostet 490 € und liefert einen schriftlichen Bericht.

Was wirklich passiert — und was nicht

Kleine Betriebe werden selten gezielt angegriffen. Was passiert, ist fast immer ungezielt: eine E-Mail mit angeblicher Rechnung, ein gestohlenes Passwort aus einem fremden Datenleck, das hier ebenfalls verwendet wurde, oder eine automatisierte Suche nach offenen Fernzugriffen. Genau deshalb helfen einfache Maßnahmen so gut: Sie machen den Betrieb zu einem unattraktiven Ziel für Angriffe, die von vornherein nach dem geringsten Widerstand suchen.

Die drei Lücken, die wir fast immer finden

Erstens: Eine Datensicherung, deren Wiederherstellung nie getestet wurde. Zweitens: Zugänge ehemaliger Mitarbeiter, die noch funktionieren — teilweise Jahre nach dem Austritt, oft inklusive E-Mail-Postfach und Fernzugriff. Drittens: Fernzugriffe, die während der Pandemie schnell eingerichtet und seitdem nie wieder angesehen wurden, häufig ohne zweiten Faktor. Alle drei kosten nichts in der Behebung, nur Aufmerksamkeit.

Zwei-Faktor-Anmeldung ist der größte einzelne Hebel

Ein gestohlenes Passwort allein nützt einem Angreifer nichts mehr, wenn zusätzlich ein Code aus einer App verlangt wird. Das ist die einzige Maßnahme, die einen ganzen Angriffstyp praktisch ausschaltet, und sie ist in Microsoft 365 und den meisten anderen Diensten in einer halben Stunde eingerichtet. Der übliche Einwand — es sei umständlich — hält sich in der Praxis nicht: Bei Geräten, die man als vertrauenswürdig markiert, fragt das System nur alle paar Wochen nach.

Wer im Ernstfall was tut

Der teuerste Teil eines Vorfalls ist meist die erste Stunde, in der niemand weiß, wer zuständig ist. Legen Sie vorher fest: Wer trennt betroffene Geräte vom Netz? Wer ruft wen an? Wo liegen die Zugangsdaten, wenn der Server nicht erreichbar ist — und zwar so, dass sie nicht ausschließlich auf ebendiesem Server liegen? Das passt auf eine Seite Papier, und diese eine Seite ist im Ernstfall mehr wert als jede zusätzliche Software.

Was Sie sich sparen können

Nicht jede Empfehlung, die man liest, ist für einen Zehn-Personen-Betrieb sinnvoll. Ein eigenes Überwachungszentrum, aufwendige Zertifizierungen oder teure Speziallösungen sind für die typische Bedrohungslage kleiner Betriebe überdimensioniert, solange die fünf Grundlagen nicht stehen. Wer Ihnen so etwas verkauft, bevor die Datensicherung getestet ist, verkauft in der falschen Reihenfolge.

Kurz gesagt: Fangen Sie mit der getesteten Datensicherung und der Zwei-Faktor-Anmeldung an. Diese beiden Punkte decken den Großteil dessen ab, was kleinen Betrieben tatsächlich passiert — alles Weitere baut darauf auf.

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