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Phishing-Mails erkennen: fünf Merkmale, die immer stimmen

6 Min. Lesezeit

Verlassen Sie sich nicht auf Rechtschreibung — heutige Phishing-Mails sind fehlerfrei. Die 5 Merkmale, die bleiben: erstens ein Zeitdruck, der keinen sachlichen Grund hat; zweitens ein Link, dessen tatsächliches Ziel nicht zum Absender passt; drittens die Aufforderung, sich anzumelden oder Daten zu bestätigen; viertens eine Abweichung vom üblichen Weg („ausnahmsweise auf dieses Konto“); fünftens ein Anhang, den Sie nicht erwartet haben. Trifft eines davon zu, prüfen Sie über einen zweiten Weg — anrufen, nicht antworten.

Merkmal 1: künstlicher Zeitdruck

„Ihr Konto wird in 24 Stunden gesperrt.“ „Die Rechnung ist überfällig.“ „Bitte noch heute überweisen, ich bin in einer Besprechung.“ Zeitdruck ist der Kern fast jeder betrügerischen Nachricht, weil er Nachdenken und Rückfragen verhindert. Echte Absender räumen Zeit ein — Banken, Behörden und Lieferanten sperren nichts über Nacht. Wenn eine Nachricht Sie hetzt, ist das für sich genommen schon der Grund, langsamer zu werden.

Merkmal 2: das Linkziel passt nicht zum Absender

Fahren Sie mit der Maus über den Link, ohne zu klicken — unten links steht das echte Ziel. Auf dem Telefon: lange antippen und halten. Entscheidend ist der Teil unmittelbar vor dem ersten einzelnen Schrägstrich; alles danach ist beliebig wählbar. Eine Adresse wie „bank.de.sicherheit-kunden.example“ führt nicht zur Bank, sondern zu „sicherheit-kunden.example“. Diese eine Gewohnheit verhindert mehr Schaden als jedes Schulungsvideo.

Merkmal 3: Sie sollen sich anmelden oder etwas bestätigen

Kein seriöser Anbieter fordert Sie per Mail auf, Zugangsdaten einzugeben. Wenn Sie prüfen wollen, ob wirklich etwas offen ist, tippen Sie die Adresse selbst ein oder nutzen ein gespeichertes Lesezeichen — nie den Link aus der Nachricht. Der zusätzliche Aufwand beträgt zehn Sekunden und macht diese ganze Angriffsart wirkungslos.

Merkmal 4: die Abweichung vom üblichen Weg

Das ist das teuerste Merkmal, weil es nicht nach einem Angriff aussieht. Ein bekannter Lieferant schreibt, die Bankverbindung habe sich geändert. Der Chef bittet per Mail um eine schnelle Überweisung. Eine Rechnung kommt diesmal als Anhang statt über das Portal. Jede Abweichung vom gewohnten Ablauf wird über einen zweiten Kanal geprüft — angerufen unter der Nummer, die Sie schon haben, nicht unter der aus der Mail. Diese Regel gehört schriftlich in den Betrieb, nicht in die Erinnerung Einzelner.

Merkmal 5: der unerwartete Anhang

Eine Bewerbung, die niemand ausgeschrieben hat. Eine Mahnung zu einer Bestellung, die es nicht gab. Ein Lieferschein von einem unbekannten Absender. Öffnen Sie nichts, was Sie nicht erwarten — und wenn doch, dann niemals mit aktivierten Makros. Wer unsicher ist, leitet die Mail intern an eine Stelle weiter, die prüft. Dafür muss es diese Stelle geben, und alle müssen wissen, wer das ist.

Was zusätzlich hilft, wenn doch jemand klickt

Menschen klicken, auch geschulte, auch aufmerksame. Deshalb zählt die zweite Verteidigungslinie: Zwei-Faktor-Anmeldung, damit ein abgefangenes Passwort allein nichts nützt. Getrennte Rechte, damit ein Klick nicht das ganze Netz erreicht. Und eine getrennt aufbewahrte Datensicherung, damit eine Verschlüsselung nicht auch die Sicherung erwischt. Ein IT-Sicherheitscheck mit schriftlichem Bericht kostet bei uns ab 490 € und prüft genau diese Punkte.

Gefälschte Absender, die im österreichischen Büroalltag jeder kennt

In österreichischen Postfächern tauchen immer wieder Absender auf, denen man sofort glaubt: die Post mit angeblicher Zustellgebühr, die Hausbank mit einer Sicherheitsprüfung, ein Energieversorger mit offener Rechnung oder eine Behörde mit einer Zahlungsaufforderung. Alle diese Mails verwenden den Zeitdruck aus Merkmal 1. Für Betriebe gilt eine einfache Regel: Banken und Behörden fordern in der Regel nicht per Link zur Eingabe von Zugangsdaten auf, und Rechnungen, die Sie nicht erwartet haben, werden vor der Zahlung beim Absender telefonisch nachgefragt, mit einer Nummer aus Ihren Unterlagen, nicht aus der Mail. Wer im Betrieb auf Link geklickt hat und Daten eingegeben hat, meldet das sofort; eine Datenpanne mit Personenbezug ist binnen 72 Stunden der Datenschutzbehörde zu melden, wenn ein Risiko besteht. Die Maßnahmen im Überblick stehen unter IT-Sicherheit; für Betriebe im Hausruckviertel ist Grieskirchen die Ortsseite. Florin Feier aus Lenzing schult und prüft per Fernwartung oder vor Ort.

Häufige Folgefragen

Was tun, wenn jemand schon geklickt hat?
Sofort das Passwort des betroffenen Kontos ändern und die Zwei-Faktor-Anmeldung prüfen, dann den Rechner vom Netz nehmen. Melden Sie es intern, ohne jemandem einen Vorwurf zu machen: Wer Angst vor dem Gespräch hat, meldet den nächsten Fall nicht — und genau dieser Zeitverlust richtet den Schaden an.
Schützt ein Spamfilter nicht ausreichend?
Er fängt den Großteil ab, aber nicht die gezielten Fälle. Genau die sind gefährlich: eine Mail, die auf eine echte Bestellung antwortet, mit richtigem Namen und passendem Betreff. Technik allein erkennt das nicht — deshalb bleibt die Rückfrage über einen zweiten Weg die wirksamste Maßnahme.
Woran erkennt man eine gefälschte Rechnung?
An der geänderten Bankverbindung. Der häufigste Fall in Betrieben ist nicht der exotische Erpressungsversuch, sondern eine echte Rechnung eines echten Lieferanten mit ausgetauschter IBAN. Feste Regel: Bei jeder Änderung einer Bankverbindung wird beim Lieferanten angerufen — unter der Nummer aus dem eigenen System, nicht aus der Mail.
Hilft es, verdächtige Mails zu melden?
Ja, und zwar mehr als das Löschen. Wenn eine Person eine gefälschte Mail meldet, wissen Sie, dass sie im Umlauf ist — und können die anderen warnen, bevor jemand klickt. Legen Sie dafür einen einfachen Weg fest: eine interne Adresse oder eine Person, an die weitergeleitet wird. Ohne festgelegten Weg meldet niemand etwas, weil unklar ist, wem.

Kurz gesagt: Zeitdruck, Linkziel, Anmeldeaufforderung, Abweichung vom üblichen Weg, unerwarteter Anhang. Eines davon reicht, um über einen zweiten Kanal nachzufragen — das ist die ganze Regel.

Wollen Sie das für Ihren Betrieb klären? Sie können Ihren Fall zu IT-Sicherheit besprechen oder ein Angebot für IT-Sicherheit zusammenstellen.

Zum Weiterlesen: Die Vergleiche zwischen IT-Lösungen helfen bei der Entscheidung, die Checklisten für den Betrieb beim Abarbeiten.

Von Florin Feier · · Aktualisiert:

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