Der Punkt ist nicht das Alter, sondern das Ende der Sicherheitsupdates. Ab dem Tag, an dem keine Updates mehr erscheinen, wird jede neu entdeckte Lücke dauerhaft offen bleiben — und öffentlich bekannte Lücken werden binnen Tagen automatisiert ausgenutzt. Ein solches System gehört entweder abgelöst oder in ein eigenes, abgetrenntes Netz, in dem es nur noch mit dem sprechen darf, mit dem es sprechen muss. Für Maschinensteuerungen ist die zweite Variante der Normalfall, nicht der Notbehelf.
Warum „läuft doch“ kein Argument ist
Ein System ohne Updates funktioniert genauso gut wie am ersten Tag — das ist gerade das Problem. Der Unterschied ist unsichtbar: Jede Woche werden Schwachstellen veröffentlicht, für unterstützte Systeme kommt ein Update, für nicht mehr unterstützte nicht. Der Abstand zwischen „sicher“ und „unsicher“ wächst also still weiter, ohne dass am Bildschirm etwas passiert. Bemerkt wird er genau einmal.
Die drei Fragen vor der Entscheidung
Erstens: Hängt an dem System eine Anwendung, die auf neueren Windows-Versionen nicht läuft? Zweitens: Muss es überhaupt ins Internet oder ins allgemeine Firmennetz? Drittens: Liegen darauf oder darüber erreichbar personenbezogene Daten? Ist die erste Antwort ja und die zweite nein, ist Abtrennen die richtige Lösung. Ist die dritte ja, wird aus einer technischen Frage eine mit Meldepflicht im Hintergrund.
Abtrennen statt austauschen — wie das aussieht
Das System bekommt ein eigenes Netzsegment. Darin darf es genau die Verbindungen aufbauen, die es für seine Aufgabe braucht — zur Maschine, zu einem bestimmten Server, zu sonst nichts. Kein Internetzugang, kein Zugriff aus dem allgemeinen Netz, keine Freigaben. Dazu ein dokumentierter Weg, wie Daten hinein- und herauskommen. In den meisten Betrieben können die vorhandenen Switches das bereits; es wurde nur nie eingerichtet. Firewall und getrennte Netze richten wir ab 690 € ein.
Was bei Arbeitsplätzen anders ist
Ein Arbeitsplatz, an dem gemailt und im Internet gearbeitet wird, lässt sich nicht sinnvoll abtrennen — dort ist der Austausch die einzige ehrliche Antwort. Ein neu eingerichteter Arbeitsplatz kostet bei uns 190 €, die Hardware kommt dazu. Wer viele Geräte auf einmal ablösen muss, plant das über zwei bis drei Quartale statt in einem Rutsch; das verteilt die Kosten und die Umgewöhnung.
Der versteckte Fall: das Gerät, an das niemand denkt
Der Kassenrechner. Das Bediengerät an der Maschine. Der Rechner, der nur die Zeiterfassung anzeigt. Das Steuergerät der Alarmanlage. Diese Geräte tauchen in keiner Inventarliste auf, weil sie niemandem gehören — und sie laufen oft am längsten. Der erste Schritt ist deshalb keine Entscheidung, sondern eine Bestandsaufnahme: Was steht überhaupt im Haus, mit welchem System, und was hängt daran? Genau das ist der Inhalt des IT-Sicherheitschecks für 490 €.
Kurz gesagt: Nicht das Alter zählt, sondern das Ende der Updates. Danach gibt es zwei richtige Antworten — ablösen oder abtrennen — und eine falsche: weiterlaufen lassen wie bisher.
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