Windows 10 erhält seit dem 14. Oktober 2025 keine Sicherheitsupdates mehr; der Punkt ist bei jeder alten Windows-Version nicht das Alter, sondern das Ende der Sicherheitsupdates. Ab dem Tag, an dem keine Updates mehr erscheinen, wird jede neu entdeckte Lücke dauerhaft offen bleiben — und öffentlich bekannte Lücken werden binnen Tagen automatisiert ausgenutzt. Ein solches System gehört entweder abgelöst oder in ein eigenes, abgetrenntes Netz, in dem es nur noch mit dem sprechen darf, mit dem es sprechen muss. Für Maschinensteuerungen ist die zweite Variante der Normalfall, nicht der Notbehelf.
Warum „läuft doch“ kein Argument ist
Ein System ohne Updates funktioniert genauso gut wie am ersten Tag — das ist gerade das Problem. Der Unterschied ist unsichtbar: Jede Woche werden Schwachstellen veröffentlicht, für unterstützte Systeme kommt ein Update, für nicht mehr unterstützte nicht. Der Abstand zwischen „sicher“ und „unsicher“ wächst also still weiter, ohne dass am Bildschirm etwas passiert. Bemerkt wird er genau einmal.
Die drei Fragen vor der Entscheidung
Erstens: Hängt an dem System eine Anwendung, die auf neueren Windows-Versionen nicht läuft? Zweitens: Muss es überhaupt ins Internet oder ins allgemeine Firmennetz? Drittens: Liegen darauf oder darüber erreichbar personenbezogene Daten? Ist die erste Antwort ja und die zweite nein, ist Abtrennen die richtige Lösung. Ist die dritte ja, wird aus einer technischen Frage eine mit Meldepflicht im Hintergrund.
Welche Geräte schaffen Windows 11?
Microsoft nennt als Mindestanforderungen unter anderem einen Prozessor ab einer bestimmten Generation, vier Gigabyte Arbeitsspeicher, 64 Gigabyte Speicher und ein TPM-Modul der Version 2.0. Viele Geräte melden trotzdem, dass sie ungeeignet sind, weil TPM oder Secure Boot im BIOS abgeschaltet ist. Das ist eine Einstellung und kein Mangel. Prüfen Sie erst, bevor Sie ein Gerät abschreiben; Windows zeigt die Eignung in den Einstellungen unter Windows Update an. Geräte, die Windows 11 wirklich nicht können, sind meist schon einige Jahre alt, hier lohnt der Ersatz ohnehin.
Erweiterte Sicherheitsupdates sind keine Dauerlösung
Microsoft bietet für Windows 10 erweiterte Sicherheitsupdates (ESU) als kostenpflichtiges Abonnement an. Laut Microsoft Learn setzt es Windows 10 in der Version 22H2 voraus und läuft für Organisationen höchstens drei Jahre nach dem Supportende. Preise, Fristen und Bedingungen ändern sich und unterscheiden sich für Privat- und Geschäftsgeräte: Stand prüfen Sie bitte direkt bei Microsoft (Link im Quellenblock unten) oder bei Ihrem Lizenzpartner, wir nennen hier bewusst keine Zahl. Für einen einzelnen Rechner, an dem eine unverzichtbare Software hängt, kann ESU ein Übergang sein; für einen ganzen Betrieb verschiebt es das Problem nur.
TPM 2.0 prüfen, bevor Sie ablösen
Meldet ein Rechner, er sei für Windows 11 nicht geeignet, sehen Sie zuerst nach, ob TPM 2.0 und Secure Boot im BIOS nur abgeschaltet sind. Ist der Prozessor dagegen nicht auf Microsofts Liste, hilft kein Umbau, dann ist der Ersatz des Geräts der saubere Weg. Beides prüfen wir je Arbeitsplatz mit; die Einrichtung eines Arbeitsplatzes kostet 190 €, die Hardware kommt dazu. Vor dem Jahreswechsel lohnt die Bestandsaufnahme, damit neue Geräte nicht erst im Januar bestellt werden.
Die Reihenfolge der Umstellung
Nicht alle Geräte an einem Tag. Erst eine Bestandsaufnahme, die die Arbeitsplätze nach Risiko sortiert, dann ein einzelnes Gerät mit der kritischsten Software umstellen. Fällt dort eine Woche lang nichts auf, folgt der Rest in Gruppen. Fragen Sie vorher beim Hersteller Ihrer Fachanwendungen nach der Freigabe für Windows 11, das kostet eine E-Mail und verhindert ein umgestelltes Gerät, auf dem die Software nicht mehr startet. Wie ein umgestellter Arbeitsplatz aussieht, zeigt Windows 11 einrichten.
Abtrennen statt austauschen — wie das aussieht
Das System bekommt ein eigenes Netzsegment. Darin darf es genau die Verbindungen aufbauen, die es für seine Aufgabe braucht — zur Maschine, zu einem bestimmten Server, zu sonst nichts. Kein Internetzugang, kein Zugriff aus dem allgemeinen Netz, keine Freigaben. Dazu ein dokumentierter Weg, wie Daten hinein- und herauskommen. In den meisten Betrieben können die vorhandenen Switches das bereits; es wurde nur nie eingerichtet. Firewall und getrennte Netze richten wir ab 690 € ein.
Was bei Arbeitsplätzen anders ist
Ein Arbeitsplatz, an dem gemailt und im Internet gearbeitet wird, lässt sich nicht sinnvoll abtrennen — dort ist der Austausch die einzige ehrliche Antwort. Ein neu eingerichteter Arbeitsplatz kostet bei uns 190 €, die Hardware kommt dazu. Wer viele Geräte auf einmal ablösen muss, plant das über zwei bis drei Quartale statt in einem Rutsch; das verteilt die Kosten und die Umgewöhnung.
Der versteckte Fall: das Gerät, an das niemand denkt
Der Kassenrechner. Das Bediengerät an der Maschine. Der Rechner, der nur die Zeiterfassung anzeigt. Das Steuergerät der Alarmanlage. Diese Geräte tauchen in keiner Inventarliste auf, weil sie niemandem gehören — und sie laufen oft am längsten. Der erste Schritt ist deshalb keine Entscheidung, sondern eine Bestandsaufnahme: Was steht überhaupt im Haus, mit welchem System, und was hängt daran? Genau das ist der Inhalt des IT-Sicherheitschecks für 490 €.
Alte Rechner am Attersee, in Werkstätten und Ferienbetrieben
Am Attersee und in vielen Tourismusbetrieben steht ein Rechner, den man nur im Sommer braucht: das Kassensystem im Strandbad, der Büro-PC der Saisonvermietung, die Steuerung der Sauna. Er läuft das ganze Jahr kaum, wird nie aktualisiert und hängt trotzdem im selben Netz wie alles andere. Genau solche Geräte sind die Fälle, die im Beitrag als versteckte Gefahr beschrieben sind. Gehen Sie einmal im Frühjahr durch den Betrieb und notieren Sie jedes Gerät mit Betriebssystem und Standort. Alles, was kein Update mehr bekommt, kommt in ein eigenes Netz ohne Zugriff auf Büro und Kassa oder wird ersetzt. Wer eine Registrierkasse betreibt, sollte beim Hersteller nachfragen, welche Betriebssysteme unterstützt werden. Die Trennung der Netze beschreibt Netzwerk einrichten; die Ortsseite für die Region ist Attersee. Florin Feier aus Lenzing prüft den Bestand per Fernwartung oder vor Ort. Wie ein umgestellter Arbeitsplatz aussieht und was die Einrichtung kostet, zeigt die Seite Windows 11 einrichten lassen.
Häufige Folgefragen
- Kann man ein altes System nicht einfach abschotten?
- Als Übergang ja, als Dauerlösung selten. Ein Gerät ohne Internetzugang und in einem eigenen Netzsegment ist deutlich weniger gefährdet — aber es bleibt angreifbar über USB-Sticks, über das interne Netz und über die Person, die davor sitzt. Abschottung kauft Zeit, sie löst nichts.
- Was ist mit Maschinen, die alte Software brauchen?
- Das ist der häufigste echte Grund für ein altes System, und dafür gibt es einen anerkannten Weg: das Gerät isolieren, den Zugriff auf das Nötigste beschränken, den Zustand dokumentieren und den Ersatz planen, statt ihn zu verdrängen. Wichtig ist, dass es eine bewusste Entscheidung ist und nicht ein vergessener Rechner.
- Woran merkt man, dass es dringend wird?
- Wenn der Hersteller keine Sicherheitsaktualisierungen mehr liefert, wenn eine Versicherung oder ein Großkunde nach dem Stand fragt, oder wenn ein Programm nicht mehr startet. Die ersten beiden sind Vorwarnungen, das dritte ist der Ausfall.
- Wie erkenne ich, ob unsere Rechner Windows 11 unterstützen?
- Windows zeigt es in den Einstellungen unter Windows Update an. Meldet es, das Gerät sei nicht geeignet, lohnt ein Blick ins BIOS: Sehr oft sind nur TPM oder Secure Boot abgeschaltet. Wir prüfen das je Arbeitsplatz mit.
- Was kostet die Umstellung auf Windows 11 je Arbeitsplatz?
- Bei uns 190 € je Arbeitsplatz, einschließlich der Prüfung von Hardware und Programmen. Muss ein Gerät getauscht werden, gilt derselbe Preis für die Einrichtung des neuen Geräts, nicht beides zusammen. Die Hardware kommt dazu.
- Was kostet ein Umstieg wirklich?
- Selten nur die Lizenz. Rechnen Sie mit drei Posten: neue Geräte für alles, was die Anforderungen nicht erfüllt, Prüfung Ihrer Branchensoftware auf dem neuen System, und Arbeitszeit für die Umstellung. Der zweite Posten wird am häufigsten vergessen und verursacht die meisten Verzögerungen — klären Sie beim Softwarehersteller die Freigabe, bevor Sie Hardware bestellen.
Kurz gesagt: Nicht das Alter zählt, sondern das Ende der Updates. Danach gibt es zwei richtige Antworten — ablösen oder abtrennen — und eine falsche: weiterlaufen lassen wie bisher.
Wollen Sie das für Ihren Betrieb klären? Sie können Ihren Fall zu IT-Sicherheit besprechen oder ein Angebot für IT-Sicherheit zusammenstellen.
Zum Weiterlesen: Die Vergleiche zwischen IT-Lösungen helfen bei der Entscheidung, die Checklisten für den Betrieb beim Abarbeiten.
Von Florin Feier · · Aktualisiert:
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